Wie zu erwarten war, ist eine ganze Menge geschehen. So durfte ich mich beispielsweise mit Julia treffen, einem Menschen, dem ich 2005 bei einem Mint-Treffen in Regensburg begegnet bin. Zufälligerweise führte sie ihre Abschlussfahrt nach Barcelona und so schien ein Treffen unausweichlich. Ich bin mit ihr durch viele Gassen und über viele Plätze gegangen und habe dabei erneut eine Menge interessanter Orte in diesem possierlichen Städtchen kennen lernen dürfen.
Bald darauf trafen auch meine Eltern hier ein, um eine Woche ihrer Herbstferien mir in Barcelona zu opfern. Fachmännisch führte ich sie in die topografischen Gepflogenheiten der Stadt ein und wir nutzen auch die Möglichkeiten, die einem ein touristischer Aufenthalt bietet.
So waren wir einen Tag in Tarragona, einer kleinen Stadt mit großer römischen Vergangenheit und beschauten uns dort die Häuser. Auch ein typisch katalanisches Restaurant suchten wir auf und hatten typisch touristische Probleme, weil die Bedienung des Englischen nicht mächtig war und ich nicht des Spanischen Ess-Vokabular. Doch letztendlich war es lecker. Und sogar typisch katalanisch.
Eines anderen regnerischen Tages statteten wir Figueres einen Besuch ab, um uns Dalí anzugucken. Denn da gibt es wirklich eine ganze Menge von ihm zu sehen. Nur leider nicht das, was man von ihm kennt.
Machte aber nichts. Denn es war trotzdem beeindruckend, wenn auch ziemlich anstrengend, sodass wir unmittelbar darauf schon den Heimweg antraten.
Natürlich gab es auch viele ausgiebige Spaziergänge durch Barcelona, aber mit einer Beschreibung derselben will ich jetzt niemanden langweilen.
Als ich meine Eltern dann am Donnerstag verabschiedete war mein Seelenschmerz verkraftbar, denn schließlich stand am Wochenende ein großes Ereignis an: gemeinsam mit Juan wollte ich mich nach Valencia wagen, um zum einen einem Konzert von Animal Collective beizuwohnen, als zum anderen natürlich auch diese vermeintlich großartige Stadt kennen zu lernen.
Doch daraus wurde nichts. Nachdem Juan am Freitag bei der Abgabe eines Projektes für seine Uni feststellte, dass er es wohl versehentlich gelöscht haben muss, sah er sich gezwungen, das gemeinsame Wochenende, der Wiedererarbeitung des Projektes zu opfern.
So machte ich mich dann am Samstag Morgen allein auf die Socken um die Hügelkette im Norden Barcelonas zu besteigen. Bewaffnet mit einem katalanischen Führer in Buchform irrte ich zunächst ein wenig herum, fand dann aber doch genügend Anhaltspunkte, die mich schließlich auf den rechten Weg brachten.
Und was für einer! Links breitete sich Barcelona im gleißenden Sonnenlicht vor mir aus und rechts das Barceloneser Hinterland. Einige Stunde verbrachte ich damit den Bergkamm gen Westen zu belatschen, bis mich schließlich die Erschöpfung und der Hunger dazu brachten, die vom Führer beschrieben Tour in der Mitte abzubrechen. Ich suchte also einen Weg hinunter und wurde bald fündig. Doch die ganzen Mountainbiker, die denselben mit einer großen Geschwindigkeit hinunter rasten, führten bei mir zu Frustrationen. Also suchte ich mir einen anderen, noch steileren Weg hinunter und hatte eine große Freude daran, diesen hinunterzulaufen. Doch dann war Schluss. Der Weg endete an einer Quelle und viel Gestrüpp. Da ich nicht motiviert war, wieder hinaufzurennen, rief ich mir in Erinnerung, dass der Klügere ja nachgäbe und versuchte mir einen Weg durch das Buschwerk des Tibidabo hinunter zu kämpfen. Glücklicherweise konnte ich bald das Rauschen einer Straße ausmachen, welchem ich folgte.
Na ja... Um es kurz zu machen: Brombeersträucher mochte ich noch nie so wirklich, jetzt erst recht nicht mehr.
Nach einer schönen Pizza machten sich Juan und ich noch mal auf in die Stadt, um zwei Tickets für Juana Molina am Dienstag zu besorgen. Außerdem zeigte ich ihm ein paar CD-Läden, die ich im Laufe der Zeit einmal gefunden habe. Es lohnte sich für uns beide.
Am Abend überließ er mir dann seine 130€ Kopfhörer, damit ich mich auf der Wohnzimmercouch ausbreiten konnte, um mich voll und ganz der Musik widmen zu können. Ein wahrlich schöner Moment.
Schließlich machte mir der Herr richtig Lust auf mehr Musik und bot sich an, mir alles beizubringen, was ich benötige, um selbst schöpferisch tätig zu werden. Heute Abend wird die erste Session sein. Ich werde bald berichten.
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