Donnerstag, 9. Oktober 2008

Die erste Woche

Puh, meine Lieben. Es ist so schrecklich viel geschehen in den vergangenen Tagen. Unmöglich alles wiederzugeben. Auch wenn es zu schade ist. Deswegen werde ich mich einfach mal auf die Höhepunkte beschränken. (Es muss ja schließlich nicht jeder Eintrag so lang werden, wie der letzte. Ihr habt schließlich auch besseres zu tun, als euch stundenlang durch mein Leben zu wühlen.)

Mein Einzug

Es war nicht sonderlich spektakulär. Es war nämlich niemand da und so konnte ich in Ruhe meinen Koffer auspacken. Das Zimmer war glücklicherweise doch noch groß genug um alles unterzubekommen. Auch ein schönes, großes Schwarz-Weiß-Bild ließ der Vormieter an der Wand über meinem Bett übrig. Doch sonst musste noch einiges getan werden. Der beige-braune Fliesenboden könnte ein wenig Abwechslung gut gebrauchen und auch sonst waren die kahlen Wände im Halbschatten meiner Existenz durchaus bedrückend. Nein. So konnte ich mich noch nicht wohl fühlen. Es musste etwas geschehen. Ich fertigte eine Liste an
Bald darauf erschien Juan und wir erzählten ein wenig. Und auch Oscar erwachte und gab mir bald darauf eine schöne Anleitung, auf welche Angebote der Stadt ich mich besonders freuen könne, und wie diese Punkte zu erreichen seien.
Ich entschwand also bald nach draußen und machte einen ausführlichen Spaziergang in Richtung des Meeres und konnte dabei allerlei des Sehens würdige Sehenswürdigkeiten sehen.

Mein Wohnumfeld

Am nächsten Tag machte ich mich daran, mal meinen Block zu checken. Ein Supermarkt ist erfreulicherweise keine 30 Meter vom Hauseingang entfernt. (was ich schon vorher herausfand, ja...) und sonst sind da viele teuere und edel dreinschauende Geschäfte in welchen man Möbel erstehen kann. Und ein paar Essmöglichkeiten, deren Zielgruppe ich jedoch nicht bin (meine Haare sind glaub ich zu lang dafür). Und sonst. pff... das übliche. Handyladen, Banken, Hundefutterboutiquen... Auch einen französischen Bäcker konnte ich zwei Blöcke entfernt ausmachen, der ein schönes, sogar recht dunkles(!), selbst gemachtes Brot anzubieten hat. Meine große Sorge vor zu viel Weißbrot konnte mir also genommen werden.
Außerdem nutze ich die Möglichkeit, mir nun Gràcia nochmals genauer anzuschauen, welches direkt an meinem Block anschließt.
Es gibt dort immer wieder etwas Neues zu sehen! Schön!Ich durchquerte es, um mich auf den Weg zum Park Güell zu machen. Eine weitere Perle Gaudís. Nachdem ich mich die Anstiege hochkämpfte sah ich mich mit dem Schlimmsten konfrontiert: Touristen. Geschätzt waren es sehr viele. Zu viele. Und das ganze überflüssige Brimbamborium drumherum. Und alles nur für ein bisschen Kunst und ein bisschen Aussicht auf die Stadt.
Schnell suchte ich mir einen fast versteckten Hinterausgang und schlug mich durch die Büsche auf der Suche nach ein wenig Selbstfindung und so. Dabei erklomm ich einen Berg, der einen wahrhaftig schönen Blick auf das Häusermeer Barcelonas bot. Schade nur, dass die Sonne am falschen Ort war. Denn die obligatorischen Fotos waren nicht übermäßig berauschend. Ich werde es vielleicht mal beim Sonnenaufgang versuchen.

Couchsurfing-Treffen
Am Abend eben jenen Freitags ist die gesamte WG aufgebrochen, um dem Couchsurfing-Treffen beizuwohnen. Oscar und ich ein wenig verspätet, da wir noch ein Film sahen. Den Titel möchte ich nicht nennen. Nein. Zum einen ist es mir peinlich und zum anderen war er tatsächlich so schlecht, wie eigentlich zu erwarten war.
Viele Menschen sind gekommen, um auf der Dachterasse eines wichtig aussehenden Gebäudes zusammenzukommen. Viele, viele Getränke und auch einiges zu Essen gab es dort. Und auch Menschen. Auch viele, viele.
Nachdem ich dann warm mit den anderen Menschen wurde und wir das Gebäude verlassen mussten sind wir zum Parque Miró marschiert und fanden dort Performanzen von zwei – wohl lokalen – jugendlichen Musikgruppen vor. Schöne Musik, und verschiedenste Menschen die mit einem Reden. Toll.
Schließlich sind dann drei Italiener (bzw. -innen), ein Barcelonese, eine Moskauerin und ich nach Grácia gefahren, um es uns dort in einer Bar gut gehen zu lassen.
Während die anderen sich beeilen mussten, gegen zwei die letzte Bahn zu erwischen, konnte ich nach einer gemütlichen Viertelstunde Fußmarsch meinem Heim Hallo sagen. Super sowas.

Ein erlebnisreicher Samstag
Der Tag fing damit an, dass Juan, Markus und ich zur Markthalle nach Grácia wanderten, um uns an den reichhaltigen Angeboten sämtlicher Stände zu erfreuen. Im Anschluss kochte ich mir ein leckeres Mahl mit meinen frisch erstandenen hausgemachten Ravioli. Oh mann! So eine Wohltat!
Nach einer Weile ausladenden Schwelgens lud mich Juan ein, ihm zu einer Musik-Konferenz zu folgen, die gerade in Barcelona stattfindet. Sie wurde von der Red Bull Music Academy organisiert. Fragt mich nicht nach den Hintergründen oder ähnlichem. Es war gratis und in einer coolen Location. Und mit Om'Mas Keith als Vortragenden.
Es ging im Grunde darum, was man alles beachten sollten, um Musik nicht so sein zu lassen, wie sie schon ständig herumschwirrt. Quasi ein Wegweiser, wie man Wegweiser missachtet.
Im Anschluss sind Juan und ich dann zum MACBA um eine dortige Musik-Installation zu bestaunen. Interaktiv! Mit Lichtern! Eine wirklich imposante Erfahrung.
Danach latschten wir noch ein wenig in der Innenstadt herum und fuhren dann heim.
Nun mussten wir uns auf die kommende Party im Razzmatazz vorbereiten. Zumindest Markus und ich. Denn Juan war schon äußerst müde.
Wir leerten also einen halben Flasche Wermut und spielten eine zermürbende Partie Schach, um uns dann gegen zwei auf den Weg zu machen.
Nachdem Markus den Weg ausfindig machen konnte, indem er sich von einer Spanierin auf französisch den Weg hat beschreiben lassen, konnten wir anschließend den Club elegant über den "Invitados"-Eingang betreten und konnten somit 12 Euro Eintritt sparen.
Es war schon ein großer Club. Und endlich auch mal vernünftige DJs. Oscar betätigte sich an der Leinwand des größten Floors. Dem Indie-Rock-Floor. Gute Arbeit hat er geleistet und auch die Musik, war hübsch tanzbar.
Außerdem besuchten wir auch noch die anderen Floors. Alternative-Electro, Techno und ich vermute mal, dass es Drum'n'Bass war. Letzteres gefiel mir sogar besser als früher erwartet.
Spät sollte es werden. Um sechs Uhr betrat ich mein Zimmer, um ausgiebig zu schlafen und einen ruhigen Sonntag zu verbringen.

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